BEMER bei Entzündungen: Wie die physikalische Gefäßtherapie Entzündungsprozesse unterstützen kann
Kurz, klar, kritisch: Dieser Beitrag erklärt, was BEMER bei Entzündungen leisten kann, wie die Methode wirkt, welche Studien es gibt und worauf Sie achten sollten — praktisch, verständlich und evidenzorientiert.
Was ist BEMER und wie soll es bei Entzündungen helfen?
BEMER (Physikalische Gefäßtherapie) ist ein nicht-invasives Therapieverfahren, das mit niederfrequenten, gepulsten elektromagnetischen Impulsen die Mikrozirkulation (Kapillar- und Feinrundlauf des Blutes) stimulieren will. Ziel ist es, die Durchblutung in kleinsten Gefäßen zu verbessern, damit Nährstoff- und Sauerstoffversorgung sowie der Abtransport von Entzündungsmediatoren und Stoffwechselabbau besser funktionieren — ein Mechanismus, der theoretisch entzündliche Prozesse positiv beeinflussen kann.
Worauf stützt sich die Wirkung? (Mechanismen kurz erklärt)
- Stimulation der Mikrozirkulation: Durch wiederholte Impulse sollen Kapillaren besser perfundiert und Vasomotion (Wechsel von Verengung und Erweiterung) unterstützt werden.
- Verbesserte Immunzell-Reaktion: Indirekt kann eine bessere Durchblutung die Mobilität und Reaktionsfähigkeit von Immunzellen erhöhen.
- Förderung der Wundheilung: Besserer Stoffwechseltransport kann Reparaturprozesse beschleunigen.
Diese Mechanismen sind plausibel und durch Labor- bzw. Messstudien teilweise belegt. Hochwertige, groß angelegte randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zur direkten Wirkung auf Entzündungen in verschiedenen Krankheitsbildern sind jedoch begrenzt.
Bei welchen entzündlichen Beschwerden wird BEMER eingesetzt?
BEMER wird häufig als ergänzende Therapie bei folgenden Problemen genannt:
- Gelenksentzündungen/Arthrose-begleitende Entzündungen
- Tendinopathien und Sehnenentzündungen
- Akute und chronische Wunden sowie verzögerte Wundheilung
- Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) als unterstützende Maßnahme
- Schwellungen/Ödeme nach Verletzungen oder Operationen
- Unspezifische muskuloskeletale Entzündungsbeschwerden wie Rückenschmerzen
In der Praxis berichten Anwender von Schmerzlinderung, schnellerer Besserung und geringerer Schwellung. Solche Berichte sind wertvoll, ersetzen aber keine kontrollierte Evidenz.
Was sagen Studien und Reviews?
Es gibt eine Reihe kleinerer Studien und Fallserien, die positive Effekte auf Mikrozirkulation, Wundheilung und Schmerz demonstrieren. Systematische Übersichten zeigen jedoch oft, dass die Studien heterogen sind (unterschiedliche Indikationen, Endpunkte, Studienqualität) und die Evidenz für eindeutige Behandlungsempfehlungen nicht ausreicht.
Wenn Sie selbst nach Primärliteratur suchen, hilft eine Suche in Medline/PubMed: PubMed: BEMER. Informationen von Herstellern (z. B. der BEMER Group) zeigen mögliche Anwendungsbereiche, sind aber nicht gleichzusetzen mit unabhängigen Studien.
Vorteile und Grenzen
- Vorteile: Nicht-invasiv, schmerzfrei, dabei wenige berichtete Nebenwirkungen; gut kombinierbar mit konventioneller Therapie; für manche Patienten als ergänzende Maßnahme hilfreich.
- Grenzen: Keine ausreichenden, groß angelegten RCTs zur eindeutigen Wirksamkeit bei vielen Entzündungsbildern; nicht als Ersatz für notwendige medizinische Behandlung geeignet.
Sicherheitsaspekte und Gegenanzeigen
Bisher gelten physikalische Gefäßtherapien wie BEMER als relativ sicher, doch es gibt wichtige Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen:
- Implantierte elektronische Geräte (z. B. Herzschrittmacher, Defibrillatoren) — meist kontraindiziert.
- Schwangerschaft — oft wird von einer Anwendung abgeraten.
- Akute Blutungen oder schwere Infektionen, bei denen eine medizinische Erstbehandlung notwendig ist.
- Epilepsie oder andere Erkrankungen, bei denen elektromagnetische Felder problematisch sein könnten — Rücksprache mit Neurologe/Arzt notwendig.
Immer zuvor Arzt oder Therapeut informieren — insbesondere bei ernsthaften entzündlichen Erkrankungen, Diabetes, Immunsuppression oder laufender medikamentöser Therapie.
Wie wird BEMER praktisch eingesetzt?
BEMER-Anwendungen gibt es in Praxen, Reha-Einrichtungen und als Heimgeräte. Die Therapie erfolgt meist mit Ganzkörper- oder Lokal-Applikatoren. Sitzungsdauer und Häufigkeit variieren je nach Gerät und Zielsetzung; oft werden wiederholte, kurze Anwendungen empfohlen. In der Regel ist die Behandlung schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten pro Einheit.
Praktische Tipps für Betroffene mit Entzündungen
- Betrachten Sie BEMER als ergänzende Maßnahme, nicht als Ersatz für medizinische Therapie.
- Sprechen Sie mit Ihrem Haus- oder Facharzt über Eignung, Kontraindikationen und mögliche Wechselwirkungen mit Ihrer Behandlung.
- Fragen Sie nach klinischen Ergebnissen für Ihr spezielles Krankheitsbild und nach objektiven Messwerten (z. B. Wundheilung, Entzündungsparameter).
- Erwägen Sie eine begleitende, dokumentierte Testphase (z. B. 4–8 Wochen) und dokumentieren Sie Veränderungen bei Schmerz, Schwellung und Funktion.
- Informieren Sie sich über Kostenübernahme: Einige Praxen bieten Behandlungen privat an; Kostenerstattung durch Krankenkassen ist selten und abhängig vom Einzelfall.
Fazit
BEMER bei Entzündungen kann als ergänzende, nicht-invasive Option sinnvoll sein: die Methode zielt auf Verbesserung der Mikrozirkulation und damit indirekt auf Reparatur- und Entzündungsprozesse. Die vorhandene Studienlage zeigt Potenzial, ist aber nicht durchgängig robust genug, um universelle Empfehlungen auszusprechen. Wichtig ist eine ärztliche Abklärung, Beachtung von Gegenanzeigen und eine realistische Erwartung an das Ergebnis.
Wenn Sie konkrete Beschwerden haben, sprechen Sie zuerst mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt und fragen Sie gezielt nach Studien zur Anwendung bei Ihrer Diagnose. Für weiterführende Literatur können Sie starten mit einer Suche auf PubMed: PubMed: BEMER.