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Grounding-Übung: 7 wirksame Techniken, die sofort beruhigen und stabilisieren

Lukas Fuchs vor 1 Monat Psychische Gesundheit und Prävention 3 Min. Lesezeit

Grounding-Übungen helfen, bei überwältigenden Gefühlen oder Stress wieder im Körper und in der Gegenwart anzukommen. Dieser Beitrag erklärt praxisnah, wann Grounding sinnvoll ist, wie die wichtigsten Techniken funktionieren und worauf du achten solltest.

Was ist eine Grounding-Übung?

Eine Grounding-Übung ist eine einfache Technik, die dich aus gedanklicher Überwältigung, Angst oder Dissoziation zurück in den Körper und die Umgebung bringt. Grounding (deutsch: Erdung/Orientierung) nutzt Sinneswahrnehmungen, Atem, Bewegung und Aufmerksamkeit, um das Nervensystem zu regulieren. Grounding-Übungen sind Bestandteil vieler Therapien, etwa bei Angststörungen, Trauma- und Stressverarbeitung.

Wann hilft eine Grounding-Übung?

  • Bei akuter Angst oder Panikattacken
  • Wenn du dich überwältigt oder übererregt fühlst
  • Bei Dissoziation oder dem Gefühl, „nicht da“ zu sein
  • Vor oder nach belastenden Situationen (z. B. Termine, Gespräche)
  • Als tägliche Kurzpraxis zur Stabilisierung

7 praktische Grounding-Übungen (Schritt-für-Schritt)

1) 5-4-3-2-1 – sinnliche Orientierung

Diese klassische Grounding-Übung richtet die Aufmerksamkeit auf die fünf Sinne.

  1. Nenne 5 Dinge, die du sehen kannst.
  2. Nenne 4 Dinge, die du fühlen kannst (z. B. Füße am Boden, Kleidung).
  3. Nenne 3 Dinge, die du hören kannst.
  4. Nenne 2 Dinge, die du riechen kannst (oder zwei Gerüche, die du kennst).
  5. Nenne 1 guten Grund, warum du jetzt sicher bist (z. B. „Ich sitze“, „Ich atme“).

Wirkung: Verlagerung der Aufmerksamkeit weg von Gedanken hin zu konkreten Sinneseindrücken.

2) Füße spüren – aktive Erdung

Ideal, wenn du stehen kannst.

  • Stelle dich hüftbreit hin, Knie leicht gebeugt.
  • Spüre das Gewicht auf jedem Fuß; rolle bewusst von Ferse zu Zehe.
  • Stelle dir vor, wie Energie durch die Fußsohlen in die Erde fließt.

Wirkung: Körperkontakt mit dem Boden stabilisiert das vegetative Nervensystem.

3) Hände aufs Herz / Self-Compassion-Touch

Eine sanfte, beruhigende Variante, gut im Sitzen.

  • Lege eine oder beide Hände auf die Herzgegend.
  • Atme langsam ein und aus (z. B. 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus).
  • Sprich leise einen beruhigenden Satz, z. B. „Ich bin hier, ich atme, ich bin sicher.“

Wirkung: Aktiviert das parasympathische System und fördert Selbstmitgefühl (vgl. Selbstfürsorge-Elemente in vielen Therapierichtungen).

4) Atemübung – Box-Breathing

Einfach, schnell und überall anwendbar.

  1. Atme 4 Sekunden ein.
  2. Halte 4 Sekunden.
  3. Atme 4 Sekunden aus.
  4. Halte 4 Sekunden.

Wiederhole 4–6 Mal. Wirkung: Beruhigt Herzfrequenz und Körpererregung.

5) Kaltes Wasser oder Eis

Bei starker Panik kann ein kurzer Kältereiz sehr effektiv sein.

  • Spritz kaltes Wasser ins Gesicht oder halte Eiswürfel in den Händen.
  • Konzentriere dich auf das Gefühl der Kälte, die Details der Empfindung.

Wirkung: Starker sensorischer Input unterbricht den Stresskreislauf (Vorsicht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen).

6) Bewegtes Grounding – Gehen mit Fokus

Nutze bewusstes Gehen zur Rückkehr in den Körper.

  • Beim Gehen spüre jeden Schritt: Ferse, Mittelfuß, Zehen.
  • Zähle bei jedem Schritt: 1…2…3…4 und beginne wieder bei 1.

Wirkung: Rhythmische Bewegung unterstützt die Regulation des Nervensystems.

7) Gegenstand als Anker

Trage einen kleinen Gegenstand (z. B. Stein, Schlüsselanhänger), den du bewusst berühren kannst.

  • Halte den Gegenstand, nimm Form, Gewicht, Temperatur wahr.
  • Verbinde das Berühren mit einem beruhigenden Satz oder Atemzug.

Wirkung: Verlässlicher externer Anker für akute Momente.

Tipps zur Anwendung

  • Wähle eine Übung, die zu deiner Situation passt (bei Dissoziation lieber Aktivität statt reinem Atmen).
  • Trainiere Grounding regelmäßig – kurze tägliche Wiederholungen erhöhen die Wirksamkeit in Krisen.
  • Beginne in sicherer Umgebung, wenn du neue Techniken ausprobierst.
  • Sei geduldig: Manche Techniken wirken sofort, andere brauchen Übung.

Sicherheit und Grenzen

Grounding-Übungen sind meist sicher, können aber bei schwerer Traumafolgestörung oder starker Dissoziation zunächst überwältigend sein. Wenn du häufig dissoziierst, Panikattacken hast oder Flashbacks, sprich mit einer Fachperson (Psychotherapeut*in oder Trauma-Fachkraft), bevor du neue Übungen allein ausprobierst.

Weiterführende Ressourcen

Fazit

Grounding-Übungen sind einfache, flexible Werkzeuge, um im Alltag und in akuten Stressmomenten Ruhe und Stabilität zurückzugewinnen. Probiere verschiedene Techniken aus und integriere die, die sich für dich am besten anfühlen, in deine Routine. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen suche professionelle Unterstützung.

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