Narben sichtbar reduzieren mit dem Plasma Pen – was wirklich hilft
Plasma-Pen-Behandlungen werden immer beliebter, wenn es darum geht, Narben zu glätten oder zu verkleinern. Doch wie gut funktioniert die Methode wirklich, welche Risiken gibt es und für wen lohnt sich die Behandlung?
Viele Betroffene suchen nach schonenden Alternativen zu Laser oder operativen Eingriffen, wenn es um die Behandlung von Narben geht. Die Plasmatherapie (Plasma Pen, PlexR, Plasmapen) verspricht, das Narbenbild zu verbessern, indem gezielte, mikroskopische „Plasmablitze“ die Haut erwärmen und eine kontrollierte Regeneration auslösen. Nachfolgend finden Sie eine fundierte Übersicht zu Wirkweise, Anwendungsgebieten, Ergebnissen, Risiken, Nachsorge und Auswahl des richtigen Behandlers.
Wie funktioniert der Plasma Pen?
Der Plasma Pen erzeugt bei kurzer Aktivierung eine ionisierte Gaswolke („Plasma“), die eine sehr oberflächliche thermische Wirkung auf die Haut hat, ohne die Hautoberfläche großflächig zu verbrennen. Diese punktuellen Einwirkungen führen zu einer Schrumpfung der Haut und stimulieren Heilungsprozesse, Kollagenneubildung und Remodelling des Gewebes. Dadurch kann das Erscheinungsbild von flachen und leicht eingesunkenen Narben verbessert werden.
Welche Narbenarten lassen sich behandeln?
- Aknenarben (tiefe oder flache Einsenkungen): oft Verbesserungen, aber multiples Vorgehen nötig
- Atrophe Narben nach Verletzungen oder OP (nicht frische Narben)
- Hypertrophe Narben und frische Keloide: Vorsicht – hier ist das Risiko einer Verschlechterung höher; dermatologische Einschätzung erforderlich
- Pigmentstörungen in und um Narben können sich verändern (Hyper-/Hypopigmentierung möglich)
Was kann man realistisch erwarten?
Erwartungen sollten realistisch sein: Bei flachen bis mäßig eingesunkenen Narben sind sichtbare Verbesserungen möglich, oft nach mehreren Sitzungen im Abstand von Wochen bis Monaten. Vollständiges „Verschwinden“ tiefer Narben ist selten. Die Stärke der Effekte hängt ab von Narbenart, Hauttyp, Alter der Narbe und Erfahrung des Behandlers.
Vor- und Nachteile im Überblick
- Vorteile: nicht-chirurgisch, kurze Behandlungszeit, sichtbare Straffung, kann Kollagenaufbau anregen
- Nachteile: mehrere Sitzungen nötig, Schmerzen/Unbehagen während Behandlung, Heilungszeit mit Krusten, Risiko von Pigmentstörungen, bei ungeeigneter Anwendung Gefahr von Narbenneu-Bildung
Risiken und Nebenwirkungen
Typische Nebenwirkungen sind Rötung, Schwellung, kleine Krusten oder punktförmige Verkrustungen, die nach einigen Tagen abfallen. Wichtige Risiken:
- Infektion bei unsachgemäßer Nachsorge
- Hyper- oder Hypopigmentierung, insbesondere bei dunkleren Hauttypen
- Bildung neuer Narben bei zu starker oder unsachgemäßer Anwendung
- Allergische Reaktionen auf verwendete Cremes
Kontraindikationen – wer sollte nicht behandelt werden?
- Schwangere und stillende Frauen (aus Vorsicht)
- Personen, die Isotretinoin (z. B. Roaccutan) in den letzten 6–12 Monaten eingenommen haben
- Neigung zu Keloiden oder stark hypertrophen Narben (ärztliche Abklärung nötig)
- Akute Hautinfektionen oder entzündliche Hauterkrankungen an der Behandlungsstelle
Behandlungsablauf und Nachsorge
- Vorgespräch und Untersuchung: Narbenart, Hauttyp, Medikamente, Erwartungen klären.
- Fotos vor der Behandlung zur Dokumentation.
- Lokalanästhesie / Betäubungscreme wird oft verwendet.
- Behandlung: Punktförmige Impulse auf das Narbenareal; Dauer je nach Fläche 15–60 Minuten.
- Heilung: Rötung und Krustenbildung für 5–10 Tage; vollständige Reifung des Gewebes oft erst nach 3–6 Monaten sichtbar.
Wichtige Nachsorgeregeln: keine Manipulation an den Krusten, konsequenter Sonnenschutz (hohes Risiko für Pigmentstörungen), antiseptische Pflege nach Anweisung, ggf. entzündungshemmende Salben nur nach Absprache.
Vergleich: Plasma Pen vs. Laser vs. Microneedling
- Laser (Ablativ/Non-ablativ): meist stärker wissenschaftlich untersucht; sehr effektiv bei bestimmten Narben, aber mit längerer Ausfallzeit möglich.
- Microneedling: stimuliert Kollagen durch Mikroverletzungen; gut kombinierbar mit PRP oder topischen Wirkstoffen.
- Plasma Pen: weniger tief eindringend als ablative Laser, punktuelle Schrumpfungseffekte; gute Option für oberflächliche bis mäßige Narben, sofern korrekt angewendet.
Kosten und Sitzungsanzahl
In Deutschland liegen die Kosten je nach Praxis, Region und Größe des Areals meist zwischen ~150 € und 600 € pro Sitzung. Für eine deutliche Verbesserung sind häufig 2–4 Sitzungen im Abstand von 6–12 Wochen nötig. Eine individuelle Beratung und Kostenaufstellung vorab ist entscheidend.
Worauf bei der Wahl des Behandlers achten?
- Ausbildung: Behandlung idealerweise durch Dermatologen, plastische Chirurgen oder qualifizierte Fachkosmetiker unter ärztlicher Aufsicht.
- Erfahrung: Vorher-/Nachher-Fotos von Narbenbehandlungen ansehen.
- Transparente Aufklärung zu Risiken, Heilungsdauer und realistischer Erfolgserwartung.
- Hygiene und medizinische Ausstattung der Praxis.
Fazit
Der Plasma Pen kann ein sinnvolles, nicht-chirurgisches Verfahren zur Verbesserung bestimmter Narben sein – besonders bei flachen bis mäßig eingesunkenen Narben. Die Wirksamkeit ist von mehreren Faktoren abhängig, und wissenschaftliche Daten sind heterogen. Ein erfahrener, medizinisch ausgebildeter Behandler sowie eine sorgfältige Nachsorge sind entscheidend, um Risiken wie Pigmentstörungen oder neue Narben zu vermeiden. Bei komplexen oder hypertrophen Narben ist oft die dermatologische oder chirurgische Abklärung empfehlenswert.
Weiterführende Links & Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft – Informationen zu Narbenbehandlungen: derma.de
- Studien und Reviews zu Plasmatechniken und Hautregeneration (fachärztliche Beratung empfohlen)
Häufige Fragen (FAQ)
Wie lange dauert es, bis Ergebnisse sichtbar sind? Erste Veränderungen meist nach 4–8 Wochen; volle Verbesserung oft erst nach 3–6 Monaten.
Muss ich mehrere Sitzungen machen? Ja, meistens sind 2–4 Sitzungen sinnvoll.
Ist die Behandlung schmerzhaft? Es kann unangenehm sein; Betäubung wird häufig eingesetzt.
Wenn Sie konkrete Fragen zu Ihrer Narbe haben oder eine persönliche Einschätzung wünschen, vereinbaren Sie eine ärztliche Beratung. Nur so lässt sich das für Sie beste Vorgehen sicher festlegen.