Augendruck senken mit Schüßler-Salzen: Was kann helfen, was sagt die Forschung?
Viele Betroffene suchen natürliche Ergänzungen, um den Augeninnendruck zu senken. Dieser Artikel erklärt, welche Schüßler‑Salze in Heilpraktiker‑Kreisen empfohlen werden, welche Wirkversprechen es gibt und was Augenärzte dazu sagen.
Was ist Augendruck und warum ist er wichtig?
Der Augeninnendruck (intraokularer Druck, IOD) ist der Druck innerhalb des Augapfels. Ein dauerhaft erhöhter Augendruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für das Glaukom (Grüner Star), eine Erkrankung, die Sehnerven schädigen und zu Sehverlust führen kann. Erhöhten Augendruck dürfen Betroffene nicht allein mit Hausmitteln behandeln – die augenärztliche Betreuung ist entscheidend. (Siehe auch: Augenärzte Wetzikon und NHS: Glaucoma.)
Was sind Schüßler‑Salze?
Schüßler‑Salze sind homöopathisch aufbereitete Mineralsalze, die in der Naturheilkunde zur Unterstützung verschiedener Körperfunktionen eingesetzt werden. Sie werden in niedrigen Potenzen (häufig D6 oder D12) eingenommen. Schüßler‑Therapie ist als Ergänzung zur Schulmedizin verbreitet, hat aber für viele Indikationen keine belastbare wissenschaftliche Evidenz.
Welche Schüßler‑Salze werden bei Augenproblemen und erhöhtem Augendruck empfohlen?
In naturheilkundlichen und apothekenüblichen Empfehlungen tauchen wiederholt bestimmte Nummern auf. Häufig genannte Mischungen und Einzelsalze sind:
- Augenmischungen (häufige Kombination): 1 – 3 – 7 – 8 – 9 – 11 – 21 – 22 (siehe Produktangaben von Apotheken).
- Nr. 10 (Natrium sulfuricum): wird in verschiedenen Foren und von manchen Praktikern bei Wassereinlagerungen und „vermehrtem Augeninnendruck“ empfohlen.
- Nr. 3 (Ferrum phosphoricum): bei entzündlichen Beschwerden.
- Nr. 11 (Silicea) und Nr. 1 (Calcarea fluorica): zur Unterstützung von Bindegewebe und Gefäßwänden.
Solche Kombinationen finden sich auch in Verbraucher‑ und Apothekenportalen (z. B. OMP Apotheke, NetDoktor).
Wie werden Schüßler‑Salze typischerweise angewendet?
Übliche Hinweise aus dem naturheilkundlichen Bereich:
- Potenz: D6 oder D12 sind gebräuchlich.
- Häufigkeit: 2–3 mal täglich 2–3 Tabletten bzw. 3–5 Globuli; bei akuten Beschwerden werden sie öfter eingenommen.
- Dauer: Kur über einige Wochen (z. B. 4–6 Wochen) oder nach Empfehlung des Therapeuten.
Wichtig: Diese Angaben sind allgemeine Hinweise aus der Praxis und sollten nicht als individuelle Therapieempfehlung verstanden werden.
Evidenzlage: Können Schüßler‑Salze den Augendruck senken?
Es gibt kaum belastbare klinische Studien, die zeigen, dass Schüßler‑Salze den Augeninnendruck signifikant senken. Die meisten Empfehlungen beruhen auf Erfahrungsberichten, traditionellen Anwendungen oder anekdotischen Fallberichten. Für potenziell gefahrträchtige Erkrankungen wie Glaukom fehlen robuste Daten, die eine Wirksamkeit belegen. Seriöse Quellen empfehlen, Schüßler‑Salze höchstens ergänzend und niemals als Ersatz für ärztlich verordnete Augentropfen, Laserbehandlung oder operative Maßnahmen zu verwenden (siehe Augenärzte Wetzikon).
Risiken, Wechselwirkungen und Sicherheit
- Bei den homöopathisch aufbereiteten Schüßler‑Salzen sind toxische Wirkungen selten, da die Inhaltsmengen sehr gering sind.
- Hauptgefahren bestehen darin, dass Betroffene auf eine wirksame schulmedizinische Behandlung verzichten oder diese eigenmächtig absetzen.
- Wenn gleichzeitig verschriebene Augentropfen oder systemische Medikamente genutzt werden, sollte die Kombination mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden.
Praktische, ergänzende Maßnahmen zur Reduktion des Augendrucks
Unabhängig von Schüßler‑Salzen können folgende Maßnahmen Augen und Allgemeingesundheit unterstützen (als Ergänzung zur fachärztlichen Therapie):
- Regelmäßige augenärztliche Kontrollen zur Druckmessung und Verlaufskontrolle.
- Gesunde Ernährung mit Omega‑3‑Fettsäuren, Antioxidantien, ausreichend Flüssigkeitsverteilung über den Tag (nicht große Mengen auf einmal).
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht, moderates Sportprogramm (kein extremes Pressen oder Heben), Vermeidung starker koffeinhaltiger Getränke in großer Menge.
- Medikamententreue: Augentropfen regelmäßig wie verordnet anwenden; keine eigenmächtige Dosisänderung.
Was raten Augenärzte?
Augenärztliche Fachgesellschaften und Kliniker sehen alternative Mittel wie Schüßler‑Salze eher als unterstützende Maßnahme ohne ausreichende Evidenz. Bei erhöhtem Augeninnendruck oder Diagnosen wie Glaukom ist eine fachärztliche Behandlung notwendig. Bei Fragen zu ergänzenden Maßnahmen sollten Patienten diese offen mit ihrem Augenarzt oder Apotheker besprechen (siehe American Academy of Ophthalmology).
Fazit
Schüßler‑Salze werden in Naturheilkundekreisen zur Unterstützung bei Augenbeschwerden und manchmal auch zur sogenannten Unterstützung beim „Augendruck senken“ empfohlen. Die wissenschaftliche Beweislage dafür ist jedoch schwach bis nicht vorhanden. Bei erhöhtem Augeninnendruck ist die augenärztliche Abklärung und Behandlung unerlässlich. Wer Schüßler‑Salze ergänzend ausprobieren möchte, sollte dies in Absprache mit dem behandelnden Augenarzt oder Apotheker tun und nicht als Ersatz für verordnete Therapien nutzen.
Weiterführende Links:
Weitere Beiträge
Thuja D12: Das Multitalent in der Homöopathie
vor 5 Monaten
Die Kosten einer Hypnosesitzung: Was du wissen musst
vor 5 Monaten