Infrarotsauna Temperatur: Richtwerte, optimale Einstellungen und Sicherheitshinweise
Welche Temperatur ist in einer Infrarotsauna ideal — und wie stelle ich sie richtig ein? Dieser Ratgeber erklärt praxisnah die empfohlenen Temperaturbereiche, Unterschiede zu klassischen Saunen, Nutzungsdauer, gesundheitliche Hinweise und Tipps für ein sicheres, effektives Wärmeerlebnis.
Wie unterscheidet sich die Infrarotsauna von der klassischen Sauna?
Bei einer klassischen Sauna wird die Luft in der Kabine mit einem Ofen auf 70–100 °C erhitzt. Eine Infrarotsauna hingegen erwärmt primär den Körper direkt durch Infrarotstrahlen (IR-A, IR-B, IR-C). Die Lufttemperatur bleibt deutlich niedriger — typischerweise zwischen 30 °C und 65 °C — trotzdem entsteht ein intensives Wärmeempfinden, da die Strahlung in die Haut eindringt.
Typische Temperaturbereiche und was sie bewirken
- 30–40 °C (niedrig): Schonend, gut für Einsteiger, ältere Menschen oder bei begrenzter Belastbarkeit. Fördert Entspannung und Durchblutung ohne starke Kreislaufbelastung.
- 40–50 °C (mittel): Standardbereich für viele Nutzer. Effizient gegen Muskelverspannungen, fördert Schwitzen und Entgiftungseffekte.
- 50–65 °C (hoch): Für erfahrene Anwender, stärkere Durchblutungs- und Schwitzreaktion. Manche Hersteller empfehlen bis zu 65 °C, wobei höhere Werte die Sitzdauer meist verkürzen.
Hinweis: Dauer und Wohlbefinden variieren individuell. Hören Sie auf Ihren Körper — Hitzeempfinden, Puls und Schwindel sind klare Warnsignale.
Einflussfaktoren auf die gemessene Temperatur
- Kabinenvolumen: Kleine Kabinen erwärmen sich schneller und gleichmäßiger.
- Leistung der Strahler: Mehr Watt oder zusätzliche Strahler erhöhen die empfundenen Temperaturen.
- Platzierung des Thermometers: Die offizielle Temperaturangabe bezieht sich oft auf die Lufttemperatur in Augen- oder Brusthöhe — am besten das Thermometer dort positionieren.
- Tür und Belüftung: Geöffnete Tür oder aktive Lüftung senken die Temperatur deutlich.
Unterschiedliche Infrarotarten und ihre Wirkung
Infrarotstrahlung wird in IR-A (nah), IR-B (mittel) und IR-C (fern) unterteilt:
- IR-A (Nahinfrarot): Dringt am tiefsten ein, wird häufig in therapeutischen Geräten eingesetzt. Die Kabinentemperatur kann niedriger sein, das Wärmegefühl trotzdem intensiv.
- IR-B (Mittel): Mischung aus Eindringtiefe und Oberflächenwirkung.
- IR-C (Ferninfrarot): Erwärmt vor allem Hautoberfläche und Luft; typisch für viele Privatkabinen (ferne Bereiche 40–60 °C).
Empfohlene Einstellungen nach Ziel und Erfahrung
- Einsteiger / sensibler Kreislauf: 30–40 °C, 10–20 Minuten.
- Regelanwender für Entspannung: 40–50 °C, 20–30 Minuten.
- Gezielte Muskeltherapie / intensives Schwitzen: 50–60+ °C (mit Vorsicht), 15–25 Minuten.
Sicherheitsregeln und Kontraindikationen
Auch wenn die Lufttemperaturen niedriger sind als in traditionellen Saunen, gelten ähnliche Sicherheitsregeln:
- Trinken Sie vor und nach der Sitzung ausreichend Wasser.
- Vermeiden Sie Alkohol vor und während der Anwendung.
- Bei Schwangerschaft, akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fieber, schwerer Bluthochdruck oder nach Herzinfarkt: vor Nutzung Rücksprache mit dem Arzt halten.
- Beginnen Sie mit kürzeren Sitzungen und niedriger Temperatur, steigern Sie Dauer und Grad schrittweise.
- Achten Sie auf Zeichen wie Übelkeit, Schwindel, Herzrasen oder starke Kopfschmerzen — dann Sitzung sofort abbrechen.
Praktische Tipps zur optimalen Nutzung
- Stellen Sie das Thermostat auf die gewünschte Lufttemperatur und lassen Sie die Kabine 10–15 Minuten vorheizen (je nach Modell kürzer oder länger).
- Setzen Sie das Thermometer in Augen- oder Brusthöhe, um realistische Werte zu erhalten.
- Nutzen Sie Handtücher zur Hygienepolsterung auf Sitzflächen und Kopfstützen.
- Bei mehreren Personen: niedrigere Temperaturen und kürzere Intervalle, da die Wärmeempfindung variiert.
- Nach der Sitzung: 5–10 Minuten abkühlen lassen, dann trinken. Keine kalten Schocks (z. B. eiskalte Dusche) bei Kreislaufproblemen.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist höhere Temperatur gleich besser?
Nicht unbedingt. Höhere Temperaturen verstärken die Schweißbildung, erhöhen aber auch die Belastung für Herz und Kreislauf. Für viele Anwender sind 40–50 °C der beste Kompromiss zwischen Wirkung und Verträglichkeit.
Wie lange sollte eine Sitzung dauern?
15–30 Minuten sind üblich. Einsteiger sollten mit 10–15 Minuten beginnen. Mehrere kurze Sessions mit Pausen dazwischen sind oft angenehmer als eine sehr lange Sitzung.
Kann ich in der Infrarotsauna abnehmen?
Schwitzen verbraucht Flüssigkeit und kann kurzfristig zu Gewichtsverlust führen, dauerhafte Fettabnahme erfolgt dadurch nicht. Kombination mit Bewegung und Ernährung ist erforderlich.
Wo kann ich mehr lesen?
Grundlegende Informationen zu Infrarotstrahlung finden Sie z. B. bei Wikipedia: Infrarotstrahlung (Wikipedia). Für gesundheitsbezogene Fragen empfiehlt sich die Rücksprache mit Hausarzt oder spezialisierten Medizinern.
Fazit
Die ideale Infrarotsauna Temperatur ist individuell, aber gängige Richtwerte liegen zwischen 30 °C und 65 °C. Für die meisten Nutzer sind 40–50 °C bei 15–30 Minuten die beste Wahl: ausreichend wirksam gegen Verspannungen und zur Entspannung, ohne den Kreislauf unnötig zu belasten. Beginnen Sie konservativ, messen Sie in Augenhöhe und passen Sie Intensität und Dauer an Ihr Befinden an. Bei gesundheitlichen Risiken immer ärztlichen Rat einholen.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheiten bitte eine Fachperson konsultieren.
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